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Praxisorientierte Übersicht über Forderungsverbriefung (Asset Securitisation) in Form von forderungsbesicherten Wertpapieren (Asset Backed Securities)

Praxisorientierte Beiträge zur Forderungsverbriefung

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Im Internet existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen und Beschreibungen zur Forderungsverbriefung (Asset Securitisation). Es fehlt aber an konkreten Informationen aus der Praxis. Deshalb eröffnet Finaboo mit dem ersten Blog zum Thema Asset Backed Securities eine praxisorientierte Reihe von fachspezifischen Einträgen, um Forderungsverkäufern eine Übersicht zu geben und die Entscheidung für oder gegen Forderungsverbriefung in Form von forderungsbesicherten Wertpapieren zu erleichtern.

Begrifflichkeiten der Forderungsverbriefung

Zunächst sollten die Begrifflichkeiten geklärt werden: Unter Asset Securitisation (Forderungsverbriefung) versteht man die einmalige oder revolvierende Bündelung von geeigneten Forderungen zu einem Pool, die auf ein Finanzierungsvehikel / Einzweckgesellschaft (SPV) im Rahmen eines regresslosen Forderungsverkaufs übertragen werden, das sich letzten Endes am Geld- und/oder Kapitalmarkt refinanziert.

Die so begebenen Wertpapiere („Asset Backed Securities“ (ABS)) sind durch die vom SPV angekauften Forderungen („Assets“) gedeckt („Backed“); die Bedienung der Asset Backed Securities wird von dem SPV daraufhin aus dem Cash FLow der erworbenen Forderungen erbracht.

Unterschiede zwischen Forderungsverkauf und -verbriefung

Nun wollen wir die wesentlichen Unterschiede zwischen Forderungsverkauf (Factoring, Forfaitierung) und -verbriefung (ABS) darstellen:

Kriterien

Factoring

Verbriefung

 
Laufzeit Verkauf kurz- und mittelfristiger Forderungen Verbriefung von Forderungen auch mit wesentlich längeren Laufzeiten
Forderungsart

I.d.R. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Verschiedenste Forderungsarten kommen in Frage

Finanzierungsart

Werden vom Finanzierungspartner in die Bilanz aufgenommen (On-Balance-Sheet-Behandlung) und mit üblichen Refinanzierungsmethoden abgedeckt

Refinanzierung über den Kapitalmarkt

Mindestgröße

Kleinere bis mittlere Finanzierungsvolumina sind die Regel

Fast ausschließlich größere Finanzierungsvolumina geeignet

Bonitätsprüfung

Prüfung und Analyse der einzelnen Debitoren

Bewertung des Kreditrisikos durch finanz-mathematisch-statistische Methoden; Prognose aufgrund historischer Zahlenwerte

Verwaltung der abgetretenen Forderungen

Abtretung der Verwaltung an den Factoringpartner von Finaboo

Bleibt beim Verkäufer der Forderungen

Anzahl der Forderungen

Abtretung einzelner Debitorenforderungen

Verkauf eines meist diversifizierten Pools von Aktiva

Veränderung der Kundenbeziehung

Factor (Factoringpartner von Finaboo) tritt rechtlich und wirtschaftlich an die Stelle des Verkäufers. Der Schuldner bezahlt an den Factor, welcher somit die Stellung des Gläubigers einnimmt

Keine Störung der ursprünglichen Kundenbeziehung. Schuldner leistet die Zahlungen weiterhin an den Verkäufer von Forderungen (Aktiva).

Benachrichtigung

Je nach Art des Factoring. Normalerweise mit Benachrichtigung des Schuldners. Auf der abgetretenen Rechnung wird ein Abtretungsvermerk angebracht, wonach der Schuldner an den Finaboo-Factoringpartner zu zahlen hat

Normalerweise keine Benachrichtigung des Kunden. An der Beziehung zwischen dem Forderungsverkäufer und seinen Schuldnern ändert sich nichts. Diese zahlen weiterhin an den Forderungsverkäufer, obwohl die Forderungen verkauft worden sind

Zeitlicher Charakter

Fortlaufende Übertragung von Forderungen. Abtretung des gesamten oder teilweisen zukünftigen Debitorenmanagements im Rahmen der Globalzession (Factoringvertrag). Der Forderungsverkäufer bestimmt die Höhe selbst. Je mehr Rechnungen eingereicht werden, desto höher wird das Vertragsvolumen (i.d.R. keine Obergrenze). Factoring basiert auf einem auf unbestimmte Zeitdauer abgeschlossenen Vertrag (selbstverständlich mit Kündigungsmöglichkeit)

Einmalige Übertragung eines fixen, genau definierten Pools kurz-, mittel- bis langfristiger Forderungen an das SPV in der Höhe des im Rahmen des Kaufvertrages festgelegten Betrages. Für kurzfristige Forderungen sind revolvierende Strukturen möglich, jedoch nur bis zu einem im Voraus bestimmten Transaktionsvolumen und während einer bestimmten Zeitdauer. Vertragliche Bindung der Parteien bis zum Ende der Laufzeit.

 

Welche Eignungskriterien sollten die zu verbriefenden Forderungen typischerweise erfüllen?

  • Homogene Laufzeit
  • Regelmäßiger und betragsmäßig vorhersehbarer Cash Flow
  • Juristisch und ökonomisch markierbar und trennbar
  • Cash Flow In ist höher als Cash Flow Out
  • Breite Streuung der Forderungen (geographisch sowie nach Industriesektoren)
  • Ausreichendes Volumen geeigneter Forderungen
  • Keine einredebehafteten oder sonst problematischen Aktiva
  • Forderungen sollten möglichst alle im gleichen Rechtskreis entstehen
  • Geringe historische Ausfälle und Zahlungsverzögerungen
  • Verfügbarkeit von historischen Daten zur Prognose zukünftiger Cash Flows

 

Weitere praxisorientierte Informationen zur Forderungsverbriefung folgen in kürze.

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Der Forderungsverkauf (Factoring) kann hier standardmäßig über Finaboo angefragt werden, die Forderungsverbriefung sollte im Rahmen persönlicher Beratung erarbeitet werden. Erste Informationen können Sie uns hier zukommen lassen.

 

 

Ihr Finaboo Team