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Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse gemäß § 18 KWG – Grundlagen – Teil 2

Wann darf auf Offenlegung verzichtet werden und wenn nicht, welche Unterlagen sind bei Offenlegung gem. § 18 KWG vorzulegen?

Nun endlich ist soweit und der lang ersehnte zweite Blog-Beitrag über Offenlegung gem. § 18 KWG ist da. In diesem Beitrag wollen wir nun einen tiefergehenden praktischen Einblick in das Thema gewähren, was sicherlich viele Unternehmen interessiert. Im Detail geht es darum, wann auf die Offenlegung nach § 18 KWG verzichtet werden kann. Ausserdem werden wir auf die relevanten Unterlagen eingehen, die vorzulegen sind, wenn der Verzicht nicht greift.

Verzicht auf Offenlegung 

  • Generell gilt gemäß § 18 (2) KWG, dass bei einwandfreien Sicherheiten sowie bei einwandfreier Bonität von Mitverpflichteten ein Verzicht auf Offenlegung gestattet ist. Bei jeder Kreditüberwachung wird vom Finanzpartner geprüft, ob ursprüngliche Verzichtsvoraussetzungen noch gegeben sind.

Der Vollständigkeit halber weisen wir noch auf weitere Bereiche zu, in welchen keine Offenlegung notwendig ist:

  • In § 18 (3) KWG wird der Verzicht auf laufende Offenlegung bei selbst genutztem Wohneigentum (unter bestimmten Voraussetzungen!) geregelt

Dies gilt nur für laufende Offenlegungen und nicht bei erstmaliger Kreditvergabe. Die Voraussetzungen sind folgende:

  • Der Kredit ist grundpfandrechtlich gesichert
  • Das Pfandobjekt Wohneigentum wird vom Kreditnehmer selbst genutzt
  • Maximal 80% des Beleihungswertes (s. hierzu § 12 (1) und (2) HGB)
  • Störungsfreie Zins- und Tilgungsleistung

Weiterhin wird bei Krediten an andere Staaten (Regierungen, Zentralnotenbanken, Regionale Gebietskörperschaften, etc.) gemäß § 18 (4) KWG auf Offenlegung verzichtet.

§ 18 KWG Offenlegung wirtschaftlicher Verhältnisse

Welche Unterlagen sind bei Offenlegung gem. § 18 KWG notwendig?

Sie sehen keine Voraussetzungen für Ihr Unternehmen zur Umgehung der Offenlegung bei Ihrer Bank / bzw. Ihrem Finanzierungspartner durchzusetzen? Wir zeigen Ihnen kurz und präzise, wie Sie sich strukturiert und mit wenig Zeitverlust auf die Offenlegung vorbereitet können:

Finanzierungspartner fordern die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere durch Vorlage der Jahresabschlüsse. Diese müssen „körperlich“ – d.h. Kopien, elektronische Datenträger, etc. – übergeben werden. Eine bloße Einsicht wird in der Regel nicht ausreichen!

Tipp: Beachten Sie bei Übergabe der Jahresabschlüsse in elektronischer Form (E-Mail, CD, USB-Stick, etc.) die gleichen Anforderungen wie bei der Übergabe in Papierform.

  • Bei bilanzierenden Kreditnehmern (also z.B. Kapitalgesellschaften wie GmbH, AG, etc.) sind mindestens Jahresabschluss (Bilanz, GuV und Anhang) und gegebenenfalls der Lagebericht erforderlich.
  • Bei nicht bilanzierenden Kreditnehmern (z.B. Personengesellschaften, etc.) sind Unterlagen über Vermögens- und Einkommensverhältnisse vorzulegen (Vermögensaufstellung und Einkommensteuerbescheid, Gegebenenfalls kann zusätzlich die Einnahmen-/Ausgabenrechnung angefordert werden.

Tipp: Die Wertansätze in der Vermögensaufstellung – insbesondere von Immobilien und Beteiligungen – müssen für Ihren Finanzierungspartner / Ihre Bank plausibel dargestellt sein.

Zu beachten: Auskünfte von Dritten (z.B. Auskunfteien, Banken) reichen zur Erfüllung von § 18 KWG nicht aus!

Wünschen Sie sich weitere Detailinformationen? Zum Beispiel bezüglich der Offenlegungsanforderungen

  • an konzernangehörige Unternehmen
  • an Treuhandgesellschaften
  • an Objektgesellschaften
  • bei Immobilien-Finanzierungen
  • bei Forderungsverbriefung (betrachten Sie unsere Blog-Beiträge zu diesem Thema)
  • bei Projektfinanzierungen
  • an Gesellschaften bürgerlichen Rechts (Personenmehrheiten – GbR)
  • Firmenfinanzierungen
  • und weitere Gesellschaften / spezielle Kreditformen?

Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf! Wir sind gerne für Sie da.