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Verkauf HERMES-gedeckter Forderung

Wie funktioniert ein Hermes-gedeckter Forderungsverkauf?

Auch Exportforderungen, für die eine Ausfuhrdeckung des Bundes (HERMES-Deckung) besteht, können von Factoringpartnern von finaboo angekauft werden. In diesem Fall tritt der Exporteur als Deckungsnehmer, neben der gesamten Forderung aus dem Ausfuhrgeschäft, seine Ansprüche aus der HERMES-Deckung an den Factoringpartner von finaboo ab. Seine Verpflichtungen gegenüber dem Bund bleiben unverändert.

Die Abtretung der Ansprüche aus der HERMES-Deckung erfolgt aufgrund des Zustimmungsvorbehaltes des Bundes stets offen während die Ansprüche aus dem Liefervertrag in der Regel in stiller Form, d.h. ohne Mitteilung an den Abnehmer, abgetreten werden. Eine Weiterabtretung seitens des Forderungskäufers ist nicht zulässig.

Wie bei einer Forfaitierung, haftet der Exporteur dem  ankaufenden Factoringunternehmen gegenüber für die Rechtsbeständigkeit und Einredefreiheit der Forderung. Darüber hinaus steht er für den Bestand der HERMES-Deckung und eventuelle, vom Bund nicht gedeckte Zinsen nach Fälligkeit ein. Sollte der Bund im Schadensfall die Entschädigung verweigern, behält sich die Factoringgesellschaft das Recht vor, den Ankauf von Forderung rückabzuwickeln (oft sog. „Rückabwicklungsklausel“ im Forderungs-Verkaufsvertrag).

 

Wesentliche Bestandteile des Forderungs-Verkaufsvertrages (in den meisten Fällen)

  • Haftung des Exporteurs für den Bestand der Forderung und der HERMES-Deckung sowie für Zinsen nach Fälligkeit, die vom Bund nicht in Deckung genommen werden
  • Gegebenenfalls Rückhaftung des Exporteurs für den vom Bund nicht gedeckten Selbstbehalt (üblicherweise 5% politisches und 15% wirtschaftliches Risiko)
  • Auszahlungsvoraussetzungen: Die Dokumentation aus dem Liefervertrag ist im Original dem Factoringunternehmen einzureichen. Desweiteren muss die HERMES-Deckungsurkunde vorgelegt werden. Auch der Bund muss seine Zustimmung zur Abtretung der Ansprüche an die Factoringgesellschaft erklärt haben.
  • Abrechnungsbedingungen: Diskontsatz sowie Bereitstellungsgebühr; Oft wird noch das Bearbeitungsentgelt verlangt
  • Abtretungserklärung
  • Abtretungsanzeigen zur Weiterleitung an Käufer (Importeur) und gegebenenfalls an Sicherheitengeber

 

Wie läuft der Verkauf HERMES-gedeckter Forderung ab?

Rechtliche Grundlagen des Factoringgeschäfts bilden der Liefervertrag nebst Zieleinräumung zwischen Exporteur und ausländischen Abnehmer

Bild2

  1. Welcher durch eine Ausfuhrdeckung des Bundes abgesichert ist
  2. Sowie der Ankaufsvertrag zwischen Exporteur und Forderungskäufer (Factoringgesellschaft)
  3. Nach erfolgter Lieferung / Leistung und damit Entstehung des Zahlungsanspruchs
  4. Kann die Forderung inkl. Zinsen angekauft und der Gegenwert nach Erfüllung der Auszahlungsvoraussetzungen
  5. An den Exporteur ausgezahlt werden
  6. Als Sicherheit diesen dem Forderungskäufer insbesondere die abgetretenen Ansprüche aus der Ausfuhrdeckung sowie der Forderung aus dem Liefervertrag.
  7. Bei Fälligkeit wird die Forderung beim Importeur eingezogen

 

Vorteile und Nachteile des Forderungsverkaufs aus Exportgeschäft

Für den Exporteur ergeben sich folgende Vorteile:

  •  Verbesserung der Liquidität: Durch den Forderungsverkauf an Factoringanbieter wandelt der Exporteur ein seinem Abnehmer gewährtes Zahlungsziel für sich in ein Bargeschäft um, er erhält den Erlös sofort
  • Möglichkeit des Verkauf von Forderungen mit kritischem Risiko: Bestimmte Forderungen lassen sich aufgrund ihres Risikos auf dem Forfaitierungsmarkt nicht platzieren. Sofern der Bund eine HERMES-Deckung für derartige Forderungen gewährt, ist ein erkauf dennoch möglich
  • Übernahme des Inkassos durch den Forderungskäufer: Soweit die Abtretung gegenüber dem ausländischen Schuldner offen erfolgt oder später offengelegt wird, ist der Exporteur von seiner Verpflichtung zum Einzug der Forderung befreit
  • Im Vergleich zu einem Käuferkredit vereinfachte Abwicklung: Da der ausländische Importeur nicht in die Vertragsverhandlungen einbezogen ist, wird ei Abwicklung der Finanzierung vereinfacht
Diesen Vorteilen stehen folgende zwei Nachteile gegenüber:
  • Im Gegensatz zur regresslosen Forfaitierung erfolgt die Bilanzentlastung nicht vollständig. Durch den Verkauf erschein die Forderung zwar nicht mehr in der Bilanz, aufgrund der Haftung für Forderungsbestand, Bestand der Ausfuhrdeckung und Zinsen nach Fälligkeit ist jedoch ein Ausweis als Eventualverbindlichkeit unter dem Bilanzstrich erforderlich
  • Da der Exporteur trotz der Abtretung Vertragspartner des Bundes bleibt, hat er weiterhin alle Verpflichtungen aus der HERMES-Deckung zu erfüllen

 

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