+49(0)611 / 16885696 (9:00 - 17:00 Uhr)

Wann entstehen Forderungen und wie werden sie behandelt (nach US GAAP, IAS, HGB)

Forderungen richtig bewerten

finaboo ist die erste Anlaufstelle für Unternehmen zum Thema Firmenfinanzierung und bietet neben einer großen Auswahl an Finanzierungspartnern auch eine Experten-Beratung an, bei der Unternehmen ohne großen zeitlichen Aufwand gebündelt, kostenfrei und in hoher Qualität Informationen erhalten können.

Da vermehrt Fragen zur Behandlung von Forderungen aufkommen – auch im Zusammenhang mit der Veräußerung von Forderungen, wollen wir in einer Übersicht die Unterscheide zwischen US GAAP, IAS und HGB kurz darstellen. Dadurch wird für manches Unternehmen das Gespräch mit dem Factoring-Partner viel einfacher ablaufen, was auch Aufgabe von finaboo ist:

  US GAAP IAS HGB
 
Ansatz Forderungen sind zu aktivieren, wenn der Umsatzvorgang abgeschlossen ist. Als Voraussetzung für die Beendigung des Umsatzvorgangs muss das Gut geliefert bzw. die vereinbarte Leistung erbracht worden sein.Forderungen entstehen ebenfalls im Rahmen von Langfristaufträgen, die mittels der „percentage-of-completion method“ bewertet werden Vom Unternehmen eingereichte Forderungen sind als finanzielle Vermögenswerte in der Bilanz zu erfassen.Die Aktivierung hat an dem Zeitpunkt zu erfolgen, zu dem das Unternehmen Vertragspartner ist und infolgedessen das Recht auf Empfang von Geldmitteln hat (IAS 39.27 ff.). Forderungen sind dann zu aktivieren, wenn die vereinbarte Lieferung oder Leistung von Seiten des bilanzierenden (liefernden oder leistenden) Unternehmens erbracht worden ist und der Anspruch auf die Gegenleistung entstanden ist.
 
Bewertung Forderungen sind mit dem Nettoverkaufs-
erlös unter
Berücksichtigung einer Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen auszuweisen (SFAS 105).
Bei der erstmaligen Erfassung sind Forderungen mit den Anschaffungskosten, die dem Stichtagszeitwert der gegebenen Gegenleistung entsprechen zu bewerten (IAS 39.66). In den Folgeperioden hat die Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten zu erfolgen (IAS 39.75).Ausgenommen hiervon sind Forderungen, die zu Handelszwecken gehalten werden, diese sind mit dem Stichtagswert zu bewerten (IAS 39.69) und Forderungen ohne feste Laufzeit, die mit ihren Anschaffungskosten zu bewerten sind (IAS 39.73). Forderungen sind mit ihren Anschaffungskosten zu bewerten. Als Anschaffungskosten für Forderungen gelten grundsätzlich die Nominalwerte. Formal richtet sich die Bewertung von Forderungen des Anlagevermögens nach dem gemilderten Niederstwertprinzip.
 
Abzinsung Soweit bei langfristigen Forderungen der vereinbarte Zinssatz unter dem Marktzinssatz liegt, ist der Nominalbetrag der Forderung zu diskontieren. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht
zu diskontieren.
Kurzfristige Forderungen ohne Angabe eines Zinssatzes sind idR mit dem ursprünglichen Rechnungsbetrag anzusetzen, soweit eine Diskontierung (kalkulatorischer Zinssatz) unwesentlich
ist (IAS 39.74). Fortgeführte Anschaffungskosten von Forderungen, die über feste Laufzeiten verfügen, sind unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu bestimmen.
Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen werden mit ihrem Barwert (Abzinsung mit fristadäquatem Marktzins) angesetzt, soweit nicht aus Gründen der wesentlichen, kurzen Restlaufzeiten oder anderer Gegenleistungen darauf verzichtet werden kann. Bei Darlehensforderungen gegenüber Betriebsangehörigen ist auch beim niedrig verzinsten oder unverzinslichen Darlehen der Barwertansatz zulässig.
 
Einzelwert-berichtigung Forderungen sind wertmäßig zu berichtigen, soweit
die Einbringbarkeit der Zinsen und/oder
Tilgung entsprechend
den vereinbarten Konditionen
unwahrscheinlich ist. Erforderliche Wertberichtigungen
beim Forderungs-
management sind grundsätzlich einzeln vorzunehmen.Pauschalierte Einzelwert-berichtigungen können mittels folgender Methoden geschätzt werden:

  • Prozentsatz der Umsätze
  • Prozentsatz der Forderungen
  • Entsprechend der Altersstruktur
Soweit eine Forderung wahrscheinlich nicht einbringbar ist, muss das Unternehmen auf Einzelwertbasis eine Wertberichtigung vornehmen. Die außerplanmäßige Abschreibung entspricht der Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert der voraussichtlichen künftigen Mittelzu- und Abflüsse. Die Abzinsung erfolgt mit dem ursprünglichen effektiven Zinssatz der Forderung. Erforderliche Wertberichtigungen bei Forderungen sind grundsätzlich einzeln vorzunehmen. Für eine Gruppe gleichartiger Forderungen ist die Erfassung von Wertminderungen auf Portfoliobasis möglich. Eine Einzelwertberichtigung wird durchgeführt, wenn über ein allgemeines Kreditrisiko hinausgehend die Gefahr besteht, dass einzelne Forderungen ausfallen. Bei zweifelhaften Forderungen wird der wahrscheinliche Wert angesetzt. Weitere Abschreibungen auf den nahen Zukunftswert sind zulässig.
 
Pauschalwert-berichtigung Pauschalwert-berichtigungen sind grundsätzlich nicht vorgesehen. Pauschalwertberichtigungen
sind grundsätzlich nicht
vorgesehen.
Die Pauschalwertberichtigung wird für erfassbare allgemeine Ausfallrisiken gebildet. Bestimmte Forderungsgruppen werden um einen pauschalen Prozentsatz gekürzt. Die bereits einzelwertberichtigten Forderungen dürfen grundsätzlich nicht in diesen Forderungsgruppen enthalten sein um eine Doppelerfassung von Risiken zu verhindern. Die Höhe der Pauschalwertberichtigung ergibt sich aufgrund von Erfassungswerten früherer Forderungsausfälle, wobei erkennbare neue Risiken zu berücksichtigen sind.
 
Fremdwährungs-forderungen Die Umrechnung von Fremdwährungs-forderungen erfolgt zum Geldkurs am Stichtag.
Noch nicht realisierte Gewinne und Verluste aufgrund von Kursschwankungen sind erfolgswirksam zu erfassen.Zur Absicherung von Fremdwährungs-forderungen gegen Wechselkursrisiken gelten Sonderregelungen.
Die Umrechnung von Fremdwährungsforderungen erfolgt zum Geldkurs am Stichtag. Noch nicht realisierte Gewinne und Verluste aufgrund von Kursschwankungen sind erfolgswirksam zu erfassen. Zur Absicherung von Fremdwährungsforderungen gegen Wechselkursrisiken gelten Sonderregelungen. Grundsätzlich sind Fremdwährungsforderungen mit dem Kurs umzurechnen, der am Stichtag am niedrigsten war (Niederstwertprinzip). Die Umrechnung kurzfristiger Forderungen mit dem höheren Stichtagskurs aus Vereinfachungsgründen ist zulässig. Zur Abschreibung von Fremdwährungsforderungen gegen Wechselkursrisiken gelten Sonderregelungen.

 

Weitere Details und Aspekte  sowie Fragen im Hinblick auf Factoring / Verkauf von Forderungen können anderen Blog-Artikeln entnommen oder in einem Beratungsgespräch geklärt werden.

Melden Sie sich auch für Newsletter an, damit Sie keine Neuerscheinungen verpassen!